Die heilige Barbara gehört zu den populärsten christlichen Heiligen, obwohl ihre historische Existenz eng mit Legenden verwoben ist. Als Tochter des wohlhabenden Heiden Dioscuros lebte sie im heutigen Kleinasien. Aus Eifersucht und um sie vor christlichen Einflüssen zu schützen, sperrte ihr Vater sie in einen Turm. Doch genau diese Einsamkeit wurde zu ihrem Weg zum Glauben: In der Stille begann sie, über die Schöpfung nachzudenken und sich vom Götzendienst abzuwenden.

In einem Briefwechsel mit dem Gelehrten Origenes soll sie im Christentum ihre Heimat gefunden haben. Als Zeichen ihrer neuen Überzeugung ließ sie ein drittes Fenster in ihren Wohnturm brechen – als Symbol für die Dreifaltigkeit. Als ihr Vater davon erfuhr, schlug seine Liebe in blinden Hass um. Barbara floh, wurde aber verraten und grausamen Martern unterworfen. Die Legende erzählt, dass sie auf dem Weg ins Gefängnis an einem verdorrten Kirschzweig hängen blieb. Sie benetzte ihn mit Wasser, und am Tag ihrer Hinrichtung – traditionell durch die Hand des eigenen Vaters – blühte der Zweig auf.

Heute ist Barbara die Schutzpatronin der Bergleute, Geologen und Feuerwehren – all jener, die in Dunkelheit oder Gefahr arbeiten. Die „Barbarazweige“, die am 4. Dezember geschnitten werden, erinnern bis heute an ihre Botschaft: dass selbst in tiefer Nacht neues Leben blühen kann.

 

 

Lichtblicke der Erkenntnis

„Drei Fenster habe ich einsetzen lassen, damit die ganze Welt erkenne, dass drei Lichter die Seele erleuchten: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.“

„Du hast Macht über meinen Leib, aber Gott allein hat Macht über meine Seele.“

„Mein Glaube ist mein Fels, an dem die Wut der Welt zerschellt.“

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