Teresa von Ávila (1515–1582) wurde in eine wohlhabende spanische Familie hineingeboren. Als junge Frau war sie keineswegs die „geborene Heilige“: Sie galt als eitel, las leidenschaftlich Ritterromane und genoss die Geselligkeit. Mit 20 Jahren trat sie eher aus Vernunft als aus Ekstase in das Karmelitinnenkloster in Ávila ein, um der Ehe zu entgehen.

Ihr eigentlicher Weg zum Glauben war ein jahrelanger, harter Kampf. Über zwei Jahrzehnte lang lebte sie ein mittelmäßiges Ordensleben, zerrissen zwischen weltlichen Ablenkungen und dem Wunsch nach Tiefe. Schwere Krankheiten und Lähmungserscheinungen warfen sie völlig auf sich selbst zurück. Der Wendepunkt kam 1554 vor einem Bild des leidenden Christus: Sie erlebte eine „zweite Bekehrung“ und begriff, dass Gott nicht in fernen Riten, sondern als Freund im eigenen Inneren zu finden ist.

Diese Erkenntnis machte sie zur Revolutionärin. Gegen massiven Widerstand reformierte sie den Karmelitenorden, gründete 17 Klöster und betonte die Bedeutung von Armut und echtem Gebet. Als erste Frau wurde sie 1970 zur Kirchenlehrerin ernannt. Ihre Lehre von der „Seelenburg“ zeigt, dass die Reise zu Gott eine Reise in die eigene Mitte ist – ein Weg, den sie mit Humor, Verstand und unerschütterlicher Leidenschaft ging.

 

Lichtblicke der Erkenntnis

„Nichts soll dich ängstigen, nichts dich erschrecken. Alles vergeht, Gott ändert sich nicht. Die Geduld erreicht alles. Wer Gott besitzt, dem mangelt nichts. Gott allein genügt.“

„Das innere Gebet ist meiner Meinung nach nichts anderes als Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, um zu reden, weil wir wissen, dass er uns liebt.“

„Es kommt nicht darauf an, viel zu denken, sondern viel zu lieben.“

„Es kommt nicht darauf an, viel zu denken, sondern viel zu lieben.“

„Vor sauertöpfischen Heiligen bewahre uns, o Herr!“

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