
Der hl. Augustinus (ca. 354 - 430 n. Chr.) wurde in Thagaste im heutigen Algerien geboren. Seine Mutter Monika erzog ihn christlich, doch als junger Mann entfernte er sich vom Glauben. Er zog nach Karthago, wurde Rhetoriklehrer und suchte in Philosophie und im Manichäismus nach Antworten. Trotz beruflichen Erfolgs blieb in ihm eine tiefe Unruhe: Die Wahrheit, nach der er verlangte, schien ihm immer wieder zu entgleiten.
Ein entscheidender Wendepunkt kam in Mailand. Augustinus hörte die Predigten des Bischofs Ambrosius und begann, die christliche Bibel neu zu verstehen. Doch zwischen Sehnsucht und Zweifel rang er lange mit sich selbst. In seinen späteren Bekenntnissen schildert er, wie ihn eine Stimme mit den Worten „Nimm und lies“ zur Heiligen Schrift führte. Die Lektüre des Römerbriefs wurde für ihn zum inneren Durchbruch. 387 ließ er sich von Ambrosius taufen.
Nach seiner Rückkehr nach Nordafrika gründete Augustinus eine klösterliche Gemeinschaft. Später wurde er Priester und Bischof von Hippo. Seine einst rastlose Suche verwandelte sich in ein Leben des Gebets, des Schreibens und des Dienstes an anderen. In seinen Bekenntnissen fasste er diese Sehnsucht in einen Satz, der bis heute Menschen berührt: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir.“
Lichtblicke der Erkenntnis
„Wer aber lobt dich, wenn er dich nicht kennt?“
„Nimm und lies! Nimm und lies!“
„Ein Mensch kann vieles wider seinen Willen tun; glauben kann er nur, wenn er will.“